Häufige Fragen

Für wen eignet sich eine Taggeldversicherung?

Eine Krankentaggeld-Versicherung eignet sich für Arbeitnehmende, Selbstständige und Hausfrauen. Als Arbeitnehmender ist man nur eine gewisse Zeit mit der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers abgesichert, danach kann die Taggeld-Versicherung gegen einen Erwerbsausfall schützen. Aber auch für Selbständige und Hausfrauen ist diese Versicherung besonders geeignet, da sie nicht über einen Arbeitgeber versichert sind.

Ist eine Taggeldversicherung bei einer Selbständigkeit obligatorisch?

Nein, eine Taggeldversicherung ist grundsätzlich nicht obligatorisch. Aber gerade bei einer Selbständigkeit ist diese Versicherung sehr ratsam, da man ansonsten bei einer Krankheit oder einem Unfall nicht gegen einen Erwerbsausfall abgesichert ist.

Wer zahlt die Prämien?

Bei Angestellten werden in der Regel die Prämien je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmenden gezahlt.

Wie lange muss der Arbeitgeber den Lohn weiterhin zahlen?

Wie lange der Arbeitgeber den Lohn weiterhin zahlen muss, wird in der Berner, Zürcher oder Basler Skala definiert. Falls keine vertragliche Vereinbarung getroffen worden ist, gelten folgende Skalen in den entsprechenden Kantonen:

Berner Skala:

Bern, Luzern, Zug, Freiburg, Solothurn, St. Gallen, Aargau, Waadt, Wallis, Genf, Neuenburg, Jura, Obwalden, Nidwalden, Schwyz, Glarus, Uri, Tessin, Graubünden


Zürcher Skala:

Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Zürich, Schaffhausen, Thurgau


Basler Skala

Basel-Landschaft, Basel-Stadt

Dienstjahre Berner Skala Zürcher Skala Basler Skala
1 3 3 3
2 4 8 9
3 9 9 9
4 9 10 13
5 13 11 13
6 13 12 13
7 13 13 13
8 13 14 13
9 13 15 13
10 17 16 13
11 17 17 17
15 22 21 17
20 26 26 22
21 26 27 26
25 30 31 26
30 33 36 26
35 39 41 26
40 39 46 26

Der Arbeitgeber zahlt ja den Lohn einige Zeit lang weiter. Reicht das nicht?

Da die Lohnfortzahlung sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses richtet und meist nur einige Woche dauert, reicht diese Zahlung nicht aus. Oft wird der Abschluss einer Taggeldversicherung in dem Arbeitsvertrag vorgeschrieben oder der Betrieb hat bereits eine Krankentaggeldversicherung für die Mitarbeitet abgeschlossen.

Wie viel Geld erhalte ich als Lohnersatz von der Taggeldversicherung?

Wie viel Geld man als Lohnersatz von der Taggeldversicherung erhält, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen, dem Alter, dem Geschlecht und dem Beruf ab.

Bekomme ich noch Geld, wenn ich krank werde und keine Krankentaggeld-Versicherung habe?

Als Arbeitnehmender bekommt man auch Geld, wenn man krank ist und keine Krankentaggeld-Versicherung hat, wenn dies im Arbeitsvertrag so geregelt ist. Denn der Arbeitgeber ist verpflichtet die Leistungen zu erfüllen, die vertraglich festgesetzt wurden.

Bekommt man das Kindergeld auch weiterhin?

Wenn man als Angestellter krank wird, erhält man für den laufenden Monat und drei weitere Monate das Kindergeld auch weiterhin. Nach Ablauf dieser Zeit wird das Kindergeld nur noch gezahlt, wenn es bei der Taggeldversicherung versichert ist, oder wenn ein Lohn von mindestens Fr. 570,- im Monat neben dem Krankentaggeld ausgerichtet wird.

Was ist der Unterschied zwischen einer Krankentaggeld-Versicherung nach KVG und einer nach VVG?

Der Unterschied zwischen eine Krankentaggeldversicherung nach KVG und nach VVG liegt in den gesetzlichen Grundlagen. Nach dem gesetzlichen Grundlagen des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) muss jeder von der Krankenkasse aufgenommen werden, wobei auch Kollektivversicherungen möglich sind. Es müssen vor Eintritt in die Versicherung Fragen zur Gesundheit beantwortet werden, und bei bestehenden Krankheiten dürfen Vorbehalte bis maximal fünf Jahre rückläufig von den Krankenkassen angebracht werden. Die Prämien für eine Krankentaggeld-Versicherung nach KVG sind geschlechtsunabhängig. Liegt eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Mutterschaft vor, muss der Abschluss der Versicherung bereits 270 Tage oder mehr vor der Geburt getätigt worden sein.

Die gesetzlichen Grundlagen des Bundesgesetz über Versicherungsvertrag (VVG) sieht vor, dass Krankenkassen eine Vertragsfreiheit haben, d.h. sie haben das Recht, die Aufnahme von Versicherten zu verweigern. Bei einer Krankentaggeld-Versicherung nach VVG sind die Prämien neben anderen Kriterien von dem Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand des Versicherten abhängig. Oft müssen höhere Prämien gezahlt werden, wenn man bei einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Mutterschaft abgesichert sein möchte. Für Hausfrauen ist somit eine Krankentaggeld-Versicherung nach VVG weniger geeignet.

Muss eine Krankentaggeld beim Krankenversicherer abgeschlossen werden, bei dem man schon seine Krankenkassenprämien zahlt?

Nein, die Krankentaggeld-Versicherung muss nicht bei dem Versicherer abgeschlossen werden, bei dem man auch die Krankenpflegeversicherung nach KVG abgeschlossen hat. Man ist frei in der Wahl der Krankenkasse.

Welche Bedingungen gelten für die Aufnahme in die Taggeld-Versicherung?

Um eine Taggeld-Versicherung abschliessen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss man in der Schweiz wohnhaft oder erwerbstätig sein (auch Grenzgänger können diese Versicherung in Anspruch nehmen), zum anderen muss man das 15. Lebensjahr, aber noch nicht das 65. Lebensjahr erreicht haben.